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Lange Zeit stand Vernor Vinge im Schatten seiner Ex-Frau, der erfolgreichen SF-Autorin Joan D. Vinge. Das Ă€nderte sich schlagartig, als er mit seinem 1992 erschienenen Roman Ein Feuer auf der Tiefe nicht nur den Hugo Award gewann, sondern auch einen internationalen Erfolg verbuchen konnte. Im selben Universum spielt Eine Tiefe am Himmel (1999), eine weitere umfangreiche Space Opera. Auch im deutschsprachigen Raum hat Vinge mit diesen beiden Romanen eine groĂe Leserschaft gefunden. Das macht es dem Heyne Verlag möglich, nun mit Die Tiefen der Zeit einen umfangreichen Sammelband seiner Kurzgeschichten und Novellen vorzulegen -- eine Seltenheit in dieser von dicken Romanen besessenen Zeit. Und Vinge erweist sich einmal mehr als vielseitiger und kluger Autor, der auch die Möglichkeiten der kĂŒrzeren Formen zu nutzen weiĂ. Zwei herausragende Beispiele, die fĂŒr viele stehen sollen: âDie Plapperinâ -- ein âerster Testflug ins Universum meiner Romaneâ, wie Vinge selbst schreibt -- erzĂ€hlt die Geschichte eines Planeten, der mit einer weit höher entwickelten Zivilisation konfrontiert wird, und was das fĂŒr Folgen fĂŒr seine Bewohner hat. Dieser Kurzroman kann als beispielhaft fĂŒr Vinges BeschĂ€ftigung mit dem PhĂ€nomen so genannter âSingularitĂ€tenâ gelten. âWahre Namenâ wiederum gilt als die vielleicht erste âCyberâ-Geschichte, die viele Aspekte des damals erst heraufdĂ€mmernden Computerzeitalters vorwegnimmt. Vinges Voraussagen -- bis hin zur Sprache heutiger Computerspieler -- sind so exakt, dass es einem geradezu einen Schauer den RĂŒcken hinunterjagt. Nicht verschwiegen werden soll, dass Vinge hinsichtlich seines Stils und der Zeichnung seiner Figuren manchmal ein wenig zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst -- eine Eigenschaft vieler SF-Autoren, deren Schwerpunkt auf naturwissenschaftlicher Extrapolation liegt. Trotzdem ist Die Tiefen der Zeit ganz klar ein Highlight des Genres und Vinge einer der wirklich genialen Propheten der Sciene Fiction. Wer Simmons, Hamilton und Stross zu schĂ€tzen weiĂ, wird in diesem BĂŒcherfrĂŒhling kaum besseren Lesestoff finden. --Helge Basler Quelle: Aus der Amazon.de-Redaktion
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