|
"Wenn Moral die Art und Weise reprĂ€sentiert, wie die Welt nach unseren Vorstellungen funktionieren sollte, und die Ăkonomie uns zeigt, wie sie tatsĂ€chlich funktioniert...". So beginnt der Ă€uĂerst unterhaltsame Streifzug des preisgekrönten Wirtschaftswissenschaftlers Steven D. Levitt und des New Yorker Journalisten Stephen J. Dubner durch die Mysterien des Alltags -- eine Gratwanderung an der Schnittstelle dieser beiden Welten. Levitt kombiniert Statistiken, deren ZusammenfĂŒhrung und GegenĂŒberstellung auf den ersten Blick absurd erscheint, durch seine Analysetechnik aber zu erstaunlichen Erkenntnissen fĂŒhrt. Heftigste Diskussionen löste seine These ĂŒber den Zusammenhang der Legalisierung der Abtreibung in den USA 1973 und der 21 Jahre spĂ€ter deutlich sinkenden KriminalitĂ€tsrate aus. Aber auch seine anderen "alltĂ€glichen Lebensfragen" sind nicht weniger ungewöhnlich: BetrĂŒgen Sumoringer, und, wenn ja, warum? Warum wohnen die meisten Drogendealer bei ihren MĂŒttern? Warum fĂŒrchten wir uns mehr vor Revolvern als vor Pommes Frites? Warum betrĂŒgen Lehrer? Welche Auswirkungen hat die Wahl des Vornamens auf den Lebensweg eines Kindes? Das sind nur einige von Levitts sonderbaren Studienthemen. Erstaunlich ist, dass in Freakonomics auch die scheinbar abstrusesten Fragen durch Levitts Analyse gesellschaftliche Relevanz bekommen. Und je lĂ€nger man in dem Werk liest, desto deutlicher wird einem, dass sich hinter den merkwĂŒrdig zusammenhanglos scheinenden Themen ein Leitmotiv verbirgt: die Frage, nach welchen Kriterien man ZusammenhĂ€nge von Ursache und Wirkung erkennen kann. Der Leser erfĂ€hrt gewissermaĂen am eigenen Leib, dass es dazu mehr braucht mehr als Computer und Datensammlungen. So lautet eine der Lehren aus Levitts Analysen: Sei kritisch, sei wachsam und sieh grundsĂ€tzlich lieber zwei Mal hin, bevor du einer Interpretation Glauben schenkst! Levitt ist ein Schelm. Das bewahrt ihn davor, ein weiterer Experte im Analystendschungel zu werden, genauso wie diese Eigenschaft es ihm erlaubt, munter zu kombinieren und sich dabei ĂŒber so manches Tabu hinwegzusetzen. --Astrid Vogelpohl Quelle: Aus der Amazon.de-Redaktion
|