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Geschrieben wie ein Bestseller- Roman, gelesen im Nu von der ersten bis zur letzten Seite: wie ein Schock wirken Handlung und Hergang. Nur: dies ist kein Roman, sondern bittere Wahrheit. Eine junge TĂŒrkin erzĂ€hlt von ihrem jahrelangen Martyrium, zwischen Zwangsehe und Gewalt, Verfolgung, Lieblosigkeit und UnterdrĂŒckung. Inci, so ihr neuer Name, lebt als ungelernte Arbeiterin heute wieder in Deutschland, hier ist sie 1970 auch geboren, wĂ€chst dann in Ankara bei der GroĂmutter auf und kommt Jahre spĂ€ter zurĂŒck nach Deutschland. Zwei Zwangsehen, zwei Kinder, Scheidung, keine Schulausbildung, aber einen unbeugsamen, starken Willen und einen unerschĂŒtterlichen Glauben an ein besseres Leben lassen sie das meistern, was mit Hölle noch sanft umschrieben ist. Ein sehr persönlicher Bericht, eine intime Offenbarung, aber auch ein Ventil fĂŒr Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. âDreimal tĂ€glich PrĂŒgel gehört in unser Leben wie dreimal tĂ€glich essen.â schreibt sie und die detailreiche, lebendige und anschauliche Art, in der sie die Dramatik ihres Lebens Revue passieren lĂ€Ăt, ruft starke und spontane Betroffenheit hervor. Das, was da auf 300 Seiten steht, kann einen nicht kalt lassen, macht sprach- und fassungslos und noch lange nach der LektĂŒre kreisen Gedanken um das, was schwer fĂ€llt als tatsĂ€chlich Geschehenes zu akzeptieren. Starre Regeln bestimmen Incis Leben, sinnlose Traditionen, quĂ€lende Pflichten und eine scheinheilige Moral, wie âdie Eintrittskarte zur ehelichen BefĂ€higungâ- das JungfernhĂ€utchen. Erniedrigung statt Liebe, devotes Verhalten statt Stolz auf eigene Persönlichkeit, GefĂŒhlskĂ€lte und Zorn statt VerstĂ€ndnis. âIch ersticke an ihren LĂŒgen, an ihrer Scheinheiligkeit, an ihrer Selbstgerechtigkeit, an ihrer Ignoranz.â Bei aller SubjektivitĂ€t der Schilderung, dies ist sicher kein Einzelfall in der TĂŒrkei, wenngleich die Autorin selbst auch deutlich macht, dass zunehmend europĂ€ische EinflĂŒsse die alten Strukturen aufzubrechen beginnen. Dies gilt insbesondere fĂŒr die GroĂstĂ€dte. Aber: âWas nĂŒtzt hier in Anatolien die Freiheit, die in den StraĂen der modernen tĂŒrkischen Metropolen pulsiert?â Ein Buch, das sich lohnt gelesen zu werden, das sicher seltene und offene Einblicke verschafft und das mit einem sehr persönlichen Schicksal konfrontiert. Um MissstĂ€nde zu wissen, sie zu sehen und zu erkennen, das ist schlieĂlich der erste Schritt auf dem Weg, irgendwann Ănderungen herbeizufĂŒhren.âEs bleibt ein Trost: Jeder vernichtenden Flut folgt ruhiges Wasserâ--Barbara Wegmann Quelle: Aus der Amazon.de Redaktion
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