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"Mein Gott, nun auch noch der!", "WĂŒrde ich mir nie kaufen!" -- Reaktionen aus dem privaten Umfeld auf die AnkĂŒndigung einer Heiner Lauterbach-Biografie. Wenn dies nicht der eindeutige Beweis fĂŒr die Existenz eines Paralleluniversums ist. Wie schon im Falle Bohlen, Naddel & Co.: Keiner liests, kaum aber ist das Ding auf dem Markt, erklimmt es einen Logenplatz in der Bestsellerliste. Heiner Lauterbach wird wahrscheinlich hell auflachen angesichts solch zu erwartender Reaktionen. Der Mann ist ohnehin nicht mehr zu belangen. Nehmen wir sie ihm also ab, die "schonungslose Beichte", wie BILD uns vorab frösteln lieĂ. Wann ist ein Mann ein Mann? Was bei Grönemeyer noch als kritisch-ironische Bestandsaufnahme typisch mĂ€nnlicher Attribute daherkam, bei Lauterbach ist es -- ganz unironisch -- ehernes Gesetz. Ausgestattet mit einem Grundmisstrauen allem Intellektuellen gegenĂŒber, genieĂt er die Hinwendung zu den "einfachen Leuten". Zwischen Kiez-Prosa und gut abgehangener Liebeslyrik ("...höre den Rhythmus unserer nassen Körper, schmecke das Salz auf ihrer Haut"), geleitet Lauterbach wie ein penibler Buchhalter der Ausschweifung durch sein wildes Leben. SchulmĂ€dchenreport, Stunts, Saufgelage, flotte Dreier, Vierer und -- ach ja, geschauspielert wird auch noch. Nach prototypischer Hippie-Jugend (lange Haare, Trampen, Indientrip incl. Knast wg. Haschbesitzes, Ausschlagen des vĂ€terlichen SanitĂ€rhandels, Abgleiten in die Kölner Halbwelt), folgt, was die meisten wohl vom Kauf des Buches abhĂ€lt: Die Namen, die AffĂ€ren! Wie war sie, Katja Flint? Lauterbach bedauert noch heute. Jenny Elvers? Wird gentlemanlike verteidigt. Auftritt der ĂŒblichen VerdĂ€chtigen. Claude-Oliver Rudolph, Busenfreund Heinz Hoenig und -- klar! -- Rolf Zacher, "eines der allerletzten Originale in diesem immer spieĂiger werdenden Beruf". Ăberhaupt, diese heutigen Schauspieler, alles Weicheier, die nur noch "mit ihren HandgelenkstĂ€schchen herumlaufen". Dann doch lieber die wunderbare Heidelinde Weis oder Sissy Höfferer. Noch 'ne AffĂ€re. Dieter Wedel, anders als Doris Dörrie, erweist sich als der erwartet unangenehme Regie-Despot (speziell Kleindarstellern gegenĂŒber), was Lauterbach um der Kunst willen verstĂ€ndlich findet. Ein randvolles Leben, buchstĂ€blich von einem Höhepunkt zum nĂ€chsten taumelnd -- und trotzdem macht sich eine merkwĂŒrdige Leere breit. Bei allen imponierenden GroĂereignissen, Lauterbachs nicht unsympathischen Erinnerungen mangelt es an innerem Reichtum. Wie anziehend aber auch ein solcher AffĂ€renstadel sein kann, zeigen die Verkaufszahlen. â-Ravi Unger Quelle: Aus der Amazon.de-Redaktion
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